Bibiana Neffe — Gründerin von B Reality
Klein anfangen ist völlig in Ordnung.
Klein weiterdenken wäre schade.
Ich bin Bibiana, Unternehmerin und Gründerin von B Reality. Und ich habe eine ziemlich schlechte Angewohnheit: Bei einer guten Idee denke ich sofort weiter.
Eine Idee bleibt bei mir selten lange allein. Meistens sehe ich ziemlich schnell, was sich damit verbinden lässt und was daraus noch entstehen kann.
Eine dieser Ideen hat mein Leben ziemlich verändert.
Wer mehr will, arbeitet mehr.
Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.
So haben es viele gelernt. Also werden aus acht Stunden zehn. Die einen Überstunden wurden ausbezahlt. Die anderen gutgeschrieben. Auf dem Papier war damit alles erledigt.
So habe ich auch gelebt.
Dann wurde ich krank.
Ein Jahr später war der Krankenstand vorbei.
Die Krankheit nicht.
Für das System war jetzt das Arbeitsmarktservice zuständig. Dort musste ich vermittelbar sein. An manchen Tagen war Zähneputzen meine Tagesleistung.
Krank war ich schon. Jetzt war ich auch arbeitslos.
Über Geld dachte ich damals ständig nach. Nur immer darüber, wo es fehlte. Ich verglich Preise, suchte Zuschüsse, sammelte Unterlagen und telefonierte Stellen hinterher. Jeder Arzttermin brachte neue Kosten. Jedes Ansuchen verlangte die nächsten Unterlagen. Während auf irgendeinem Schreibtisch entschieden wurde, ob etwas bewilligt wird, vergingen Tage und manchmal Wochen.
Beim Einkauf wurde gerechnet. Termine wurden verschoben. Kaum war ein Zuschuss bewilligt, wartete schon die nächste Rechnung.
Wer wenig Geld hat, bezahlt vieles mit seiner Lebenszeit.
Bei mir war es die Krankheit. Bei anderen fällt ein Arbeitsplatz weg oder ein großer Auftrag bleibt aus. Mit der Pension kommt eine Zahl, von der plötzlich ein ganzes Leben bezahlt werden soll.
Erst wenn etwas wegfällt, sieht man, wie viel daran hing.
Ich habe angefangen, als ich keine andere Wahl mehr hatte. Heute interessiert mich, was möglich ist, solange die Wahl noch da ist.
Meine Kraft kam in Etappen zurück. Die Stunden, in denen es mir gut ging, nutzte ich zum Lesen, Recherchieren und für Gespräche mit Menschen, die wirtschaftlich in völlig anderen Welten unterwegs waren als ich.
Von Wohlstand verstand ich damals erstaunlich wenig. Geld kam für mich aus Arbeit. Das, was übrig blieb, kam zur Bank. Viel weiter reichte mein Wissen darüber nicht.
Auf der Suche nach Antworten las ich die Biografien von Menschen, die wirtschaftlich ganz offensichtlich einiges anders gemacht hatten. Irgendetwas mussten sie schließlich verstanden haben.
Vom Sparbuch allein waren sie wohl kaum reich geworden.
Gold, Krypto, Blockchain und Online Business wurden Teil meiner wirtschaftlichen Welt. Ich fragte nach, probierte aus und sammelte eigene Erfahrungen. Technische Abläufe, digitale Systeme und wirtschaftliche Strukturen nahm ich dabei so lange auseinander, bis ich verstand, warum etwas funktioniert und was dafür zusammenspielen muss.
Irgendwann betrachtete ich diese Themen nicht mehr einzeln. Was ich in einem Bereich lernte, wurde an anderer Stelle plötzlich interessant, und in Gesprächen kamen neue Fragen dazu. Manche Antwort führte zu einer Entscheidung, die ich mit meinem bisherigen Wissen gar nicht hätte treffen können.
B Reality ist nicht aus Theorie entstanden.
Im Gründungsprogramm blieb die Idee ein Konzept auf dem Papier.
In Dubai bekam sie einen Firmennamen.

Mit dem fertigen Konzept kam ich dort nicht weiter. Also rief ich Bekannte in Dubai an und erzählte ihnen davon. Ihre Antwort war ziemlich einfach: „Wir kennen da jemanden."
Der nächste Anruf ging an eine Anwältin in Dubai.
Ein paar Tage später war die Firma gegründet.
Die Idee war dieselbe. Das Umfeld war ein anderes.
Wohlstand hat Größeres vor.
Über Geld spricht man nicht. Ich inzwischen schon. Es entscheidet schließlich, wie wir leben.
Heute lebe ich in Dubai. Wenn ich morgens von meinem Balkon schaue, sehe ich Palmen. Von hier aus führe ich meine Unternehmen, entwickle neue Bereiche und arbeite weiter an B Reality. Wo ich meinen Laptop aufklappe, ist ihm zum Glück ziemlich egal.
Realität hat einen Vorteil gegenüber Träumen: Man kann morgens darin aufwachen.
Ein eigenes Unternehmen ist großartig. Ein einziges bleibt trotzdem eins. Diversifikation gehört deshalb längst zu meinem unternehmerischen Alltag.
Mein Tag hat schließlich auch in Dubai nur 24 Stunden. Ich habe mehr Ideen als Stunden. Also müssen meine Strukturen verdammt gut werden.
Ich entscheide gern selbst. Über mein Geld genauso wie über meine Zeit und mein Leben.

Manchmal klappe ich meinen Laptop auf einem Boot zu. Vor uns leuchtet Dubai. Wir reden, lachen und irgendwann liegt wieder eine neue Idee in der Luft.
Dubai hat eine ziemlich angenehme Angewohnheit: Hier wird Zukunft selten kleingeredet.
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Ich habe diese Reihenfolge inzwischen etwas durcheinandergebracht.
Ich bin nicht fertig. Das ist eine ziemlich gute Nachricht.
